Lucian Bernhard, geboren am 15. März 1883 in München, prägte mit seinem Sachplakat-Stil ab den 1910er-Jahren die moderne Werbegrafik: Seltene Originaldrucke aus dieser Ära werden heute auf Auktionsplattformen wie Invaluable gehandelt und gelten als gesuchte Sammlerstücke. Bernhards Sachplakat reduzierte Werbung auf das Wesentliche: ein Objekt, ein Markenname, kein Schnickschnack. Diese radikale Vereinfachung war für die Grafik des Deutschen Kaiserreichs eine kleine Revolution und legte den Grundstein für das, was wir heute als modernes Kommunikationsdesign kennen. Wer Vintage-Kultur ernst nimmt, kommt an Bernhard nicht vorbei: Seine Plakate aus den 1910er- bis 1930er-Jahren sind nicht nur historische Dokumente, sondern zeigen, wie Bildsprache und Reduktion bis heute nachwirken, ob auf Schuhkartons, Sneaker-Tags oder Kampagnenmotiven.
Lucian Bernhard und das Sachplakat: Wie ein Münchner Grafiker die Werbewelt auf den Kopf stellte
Lucian Bernhard, geboren am 15. März 1883 in München, hat mit seinem Stil des Sachplakats die moderne Werbegrafik grundlegend geprägt. Das Prinzip war radikal simpel: ein Objekt, ein Name, fertig. Keine Allegorien, keine Schnörkel, keine überfüllten Kompositionen wie im Jugendstil. Stattdessen ein klar konturiertes Produkt auf einfarbigem Grund, daneben der Markenname in kräftiger Schrift. Bernhard gilt laut Printmag als der Erfinder des deutschen Sachplakat-Stils. Originale aus den 1910er Jahren werden heute auf Auktionsplattformen wie Invaluable gehandelt.
Was das Sachplakat so besonders macht
Der Begriff “Sachplakat” kommt von “Sache”, also dem Ding selbst. Bernhard verzichtete radikal auf erzählende Umgebungen. Ein Streichholz war ein Streichholz. Eine Schuhcreme war eine Schuhcreme. Diese Direktheit war zur Kaiserzeit absolut ungewohnt und wirkte deshalb umso stärker. Bernhard war laut Quellen nicht nur Plakatgestalter, sondern auch Typograf, Professor, Innenarchitekt und Künstler, ein vielseitiges Arbeitsleben, das seinen Stil nachhaltig beeinflusste.
Die Grafiken aus dieser Epoche, grob 1910 bis 1930, verbinden Flächigkeit, starke Konturen und eine fast schon plakative Farbigkeit, die bis heute in der Designgeschichte als Vorläufer von Bauhaus und Art Deco gilt.
4 praktische Impulse für dich als Wohnraumgestalter
1. Originalität statt Dekoration Bernhards Sachplakate zeigen: Weniger ist mehr. Wenn du Wandkunst aussuchst, lohnt es sich, auf Motive zu setzen, die eine klare visuelle Aussage haben. Ein starkes Motiv, gut gerahmt, schlägt zehn halbherzige Bilder. Wirf mal einen Blick in den reetro Poster-Shop, dort findest du Vintage-Drucke, die diesen Geist weiteratmen.
2. Historische Werbegrafik als Wandkunst Klassische Werbeplakate aus dem frühen 20. Jahrhundert sind längst Sammlerstücke und Stilmittel zugleich. Das Bauhaus-Werbeplakat der Kunsthochschule oder das Bauhaus-Ausstellungsposter sind perfekte Beispiele dafür, wie Grafik dieser Ära heute als Wanddekoration funktioniert. Beide stehen in direkter gestalterischer Linie zu Bernhards reduktivem Ansatz.
3. Typografie als Designelement ernst nehmen Bernhard war auch Schriftgestalter. Wer Vintage-Poster aufhängt, sollte auch auf Schrift und Bildkomposition achten. Ein Plakat wie das Hohlwein Zoologischer Garten zeigt, wie Schrift und Bild in der deutschen Plakattradition zusammenwirken, ein direkter Zeitgenosse von Bernhards Stil. Oder schau dir das Shell Werbeplakat Retro an, das ähnliche gestalterische Wurzeln hat.
4. Epochen mischen mit Bedacht Das Sachplakat entstand im Deutschen Kaiserreich, wurde aber von Bauhaus und Art Deco weiterentwickelt. Diese visuelle Linie zieht sich bis in zeitgenössische Retro-Grafik. Ein Bauhaus-Kissen im Deko-Stil oder ein Bauhaus-Hexagon-Bild lassen sich überraschend gut mit Vintage-Postern kombinieren, wenn man Farbpalette und Linienführung aufeinander abstimmt.
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Quellen
- Lucian Bernhard Sold at Auction Prices – Invaluable.com
- Art Deco | Born on this day: Lucian Bernhard – Facebook
- Lucian Bernhard – Artnet
Häufige Fragen
Was ist eigentlich ein Sachplakat und wer hat diesen Stil erfunden?
Das Sachplakat, auf Englisch auch ‘object poster’ genannt, ist ein Plakatstil, der auf das Wesentliche reduziert: ein klar erkennbares Produkt, ein prägnanter Name, kaum Text. Lucian Bernhard gilt als Begründer dieses Stils. Er wurde am 15. März 1883 in München geboren und entwickelte das Sachplakat im frühen 20. Jahrhundert in Deutschland. Statt vollgepackter Illustrationen setzte er auf radikale Schlichtheit, die für die Werbegrafik dieser Zeit revolutionär war.
Wann entstanden Bernhards bekannteste Plakate?
Die produktivste Phase für Bernhards Sachplakat-Arbeiten lag in den 1910er Jahren. Aus dieser Zeit stammen unter anderem seltene Originaldrucke, die heute auf Auktionsplattformen wie Invaluable.com gehandelt werden. Stücke aus dieser Ära, also grob zwischen 1910 und dem Ende des Ersten Weltkriegs, sind heute begehrte Sammlerobjekte.
Beschäftigte sich Bernhard nur mit Plakaten?
Nein, sein Schaffen war deutlich breiter. Lucian Bernhard war nicht nur Grafiker, sondern auch Schriftgestalter, Hochschulprofessor und Innenarchitekt. Er gehört damit zu den vielseitigsten Designern seiner Generation. Sein Einfluss reichte weit über das Plakat hinaus und prägte das visuelle Erscheinungsbild der frühen Moderne in Deutschland.
Wie viel sind Bernhards Originalplakate aus den 1910er Jahren heute wert?
Das schwankt je nach Zustand, Motiv und Seltenheit stark. Auf Auktionsplattformen wie Invaluable.com tauchen immer wieder Originaldrucke aus den 1910er Jahren auf. Die Preise variieren erheblich, da Bernhards Werke international gesammelt werden und sein Ruf als Pionier der modernen Werbegrafik seinen Arbeiten einen dauerhaften Sammlerwert verleiht. Wer ein echtes Exemplar aus dieser Zeit ersteigern möchte, sollte Provenienz und Druckqualität genau prüfen.
Warum gilt Bernhards Sachplakat als Beginn der modernen Werbegrafik?
Weil es einen echten Bruch mit dem damals üblichen Plakatstil markierte. Vor Bernhard waren Werbeplakate häufig überladen mit Text, Ornamenten und Szenerien. Das Sachplakat stellte dagegen konsequent das Produkt in den Mittelpunkt, kombiniert mit dem Markennamen. Diese Reduktion auf das Wesentliche beeinflusste nachfolgende Generationen von Grafikdesignern direkt und gilt bis heute als früher Vorläufer des modernen Corporate Design.