Arne Jacobsen (1902–1971) entwarf 1967 die Cylinda-line für Stelton, die noch im selben Jahr den ID-Preis der Danish Society of Industrial Design und 1968 den International Design Award des American Institute of Interior Designers gewann. Wenn du heute eine Thermokaraffe in die Hand nimmst und dich fragst, warum sie sich so verdammt richtig anfühlt, liegt die Antwort oft in dieser Ära. Jacobsen brachte seinen architektonischen Blick für Proportion direkt auf den Frühstückstisch: klare Zylinder, keine überflüssigen Kanten, nur das Wesentliche. Stelton hat dieses Design-DNA seitdem nie losgelassen und baut bis heute darauf auf. Für alle, die Vintage nicht als Nostalgie, sondern als Haltung verstehen, ist die Cylinda-line der Beweis, dass gute Form schlicht kein Ablaufdatum kennt.
Stelton, Jacobsen und die Cylinda-line: Wie eine Thermokaraffe zum Designsymbol wurde
Arne Jacobsen entwarf 1967 die Cylinda-line für Stelton, und sie wurde auf Anhieb ausgezeichnet: Der dänische Industriedesign-Preis ID-Prize 1967 und der International Design Award 1968 des American Institute of Interior Designers machten die Serie international bekannt. Was als Cocktail- und Tafelgeschirr begann, formte das Design-DNA eines ganzen Unternehmens.
Der Mann hinter dem Zylinder
Arne Jacobsen (1902-1971) studierte ab 1924 an der Königlich Dänischen Kunstakademie, Fachrichtung Architektur, unter anderem bei Kaare Klint. Bereits als Student gewann er 1925 auf der Pariser Weltausstellung eine Silbermedaille für einen Stuhlentwurf. Sein späteres Werk, von “The Ant” über “The Swan” bis zur “7 Series”, entstand meist als Teil größerer Architekturprojekte. Dieses Denken in Gesamtkonzepten brachte Jacobsen auch zur Cylinda-line: Proportion und Detail waren für ihn keine Gegensätze, sondern ein und dasselbe.
Stelton selbst beschreibt die Partnerschaft mit Jacobsen als einen der prägenden Momente seiner Designgeschichte, neben Kooperationen mit Erik Magnussen und Peter Holmblad.
Was die Cylinda-line so besonders macht
Die Serie lebt vom Zylinder. Keine aufwendigen Ornamente, keine geschwungenen Griffe, die Aufmerksamkeit von der Form ablenken. Die Isolierkaraffe aus dieser Linie folgt denselben Prinzipien: klare Geometrie, zylindrischer Korpus, reduzierte Oberfläche aus Edelstahl. Für die frühen 1960er und 1970er Jahre war das radikal. Funktionalität und Ästhetik wurden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern als Einheit gedacht.
Genau diesen Gedanken führt Stelton bis heute fort, zum Beispiel mit dem Brus-Karbonator, der Nachhaltigkeit und minimalistisches Design auf der Küchenzeile vereint.
4 praktische Hinweise für Verbraucher
1. Auf die Preisgeschichte achten. Die originale Cylinda-line von 1967 ist ein gesammeltes Objekt. Wer eine Thermokaraffe aus dieser Periode kauft, sollte Herstellermarkierungen und das Produktionsjahr prüfen. Stelton hat die Serie mehrfach neu aufgelegt, die Preisunterschiede zwischen frühen Originalen und späteren Auflagen sind erheblich.
2. Material sagt viel über Herstellungsjahr aus. Frühe Stücke der Cylinda-line bestehen aus poliertem Edelstahl ohne Kunststoffanteile an exponierten Flächen. Spätere Versionen integrieren zunehmend Kunststoffelemente. Wer authentische Stücke aus der Gründungsphase sucht, achtet auf den Materialgrad.
3. Design-Awards als Orientierung nutzen. Der ID-Prize 1967 und der International Design Award 1968 sind dokumentierte Auszeichnungen. Verkäufer, die mit diesen Preisen werben, beziehen sich auf belegbare Fakten. Das erleichtert die Einschätzung, ob ein Angebot seriös ist.
4. Gesamtkonzept bedenken. Jacobsen entwarf die Cylinda-line als Serie, nicht als Einzelstück. Karaffe, Zuckerdose, Sahnekännchen und Tablett folgen derselben Formensprache. Ein einzelnes Stück wirkt bereits stark, aber der volle Ausdruck entsteht im Zusammenspiel.
Vintage-Ästhetik weiterdenken
Wer sich für das Designdenken der 1960er und 1970er Jahre begeistert, findet bei reetro weitere Motive aus dieser Epoche. Das Bauhaus-Ausstellungsposter und der Kandinsky-Druck in Gelb, Blau, Rot zeigen, wie konsequent diese Jahrzehnte Ästhetik und Funktion zusammendachten, genau wie Jacobsen es tat. Wer Farbe und Geometrie kombinieren möchte, findet im Bauhaus-Kissen einen stimmigen Begleiter. Und für Wände, die nach klarer Struktur verlangen, lohnt ein Blick ins Hexagon-Sortiment oder in den gesamten Shop.
Quellen
Häufige Fragen
Wer hat die berühmte Cylinda-line für Stelton entworfen?
Der dänische Architekt und Designer Arne Jacobsen (1902–1971) hat die Cylinda-line 1967 für Stelton entworfen. Jacobsen gilt als einer der weltweit bedeutendsten dänischen Designer und prägte den Modernismus maßgeblich mit. Seine genaue Kenntnis von Proportionen, die er aus seinem Architekturstudium an der Königlich Dänischen Kunstakademie mitbrachte, floss direkt in das zylindrische Cocktail- und Tafelgeschirr ein.
Welche Designpreise hat die Cylinda-line gewonnen?
Die Cylinda-line wurde gleich zweifach ausgezeichnet: 1967 erhielt sie den ID-Preis der Dänischen Gesellschaft für Industriedesign, und 1968 folgte der International Design Award des American Institute of Interior Designers. Damit war Jacobsens Entwurf für Stelton nicht nur national, sondern auch international ein anerkanntes Designstatement.
Was macht die Stelton-Isolierkaraffe bis heute zu einem Designklassiker?
Stelton setzt seit jeher auf das Prinzip, schöne Details in den Alltag zu integrieren und besondere Momente unvergesslich zu machen. Die ikonischen Thermokannen stehen im Kern dieser Designvision. Die Cylinda-line gilt als das Herzstück der Stelton-Design-DNA: zeitlose Zylinderformen, klare Linien und eine Liebe zum Detail, die Jacobsen aus seinen Architekturprojekten mitbrachte, in denen er stets alle Elemente des Innendesigns zusammen dachte.
Wie verlief Arne Jacobsens Ausbildung, bevor er für Stelton arbeitete?
Jacobsen schloss 1924 zunächst das Kopenhagener Polytechnikum ab und wurde im selben Jahr an der Königlich Dänischen Kunstakademie aufgenommen, wo er unter anderem bei Kaare Klint studierte. Bereits als Student gewann er 1925 auf der Weltausstellung in Paris eine Silbermedaille für einen Stuhlentwurf. 1927 machte er seinen Abschluss. Dieses tiefe akademische Fundament erklärt, warum seine späteren Entwürfe wie die Cylinda-line ein so außergewöhnliches Gespür für Proportionen zeigen.
Welche anderen Designer haben Steltons Designsprache neben Jacobsen geprägt?
Neben Arne Jacobsen haben Erik Magnussen und Peter Holmblad Steltons Designstil über die Jahre mitgeformt. Diese Kooperationen spiegeln Steltons Anspruch wider, zeitlose und gleichzeitig alltagstaugliche Produkte zu schaffen, bei denen jedes Detail zählt. Die Thermokannen und das Tafelgeschirr dieser Ära sind das sichtbarste Ergebnis dieses kollektiven Designgedankens.
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