Joost Schmidt entwarf 1923 das ikonische Ausstellungsplakat für die Staatliche Bauhaus-Schau in Weimar, ein Lithograf-Druck im Format 66,7 x 47,3 cm, gedruckt von von Reineck & Klein, der heute zur Sammlung des MoMA New York gehört (Schenkung von Walter Gropius). Schmidt lehrte von 1925 bis 1932 Schrift und Typografie am Bauhaus und leitete zwischen 1928 und 1930 die Bildhauereiwerkstatt. Sein Plakat von 1923 gilt als frühes Schlüsseldokument des Konstruktivismus in der Designpädagogik: Es zeigt, wie am Bauhaus formale Strenge, geometrische Flächen und klare Typografie konsequent zusammengedacht wurden. Wer verstehen will, woher die DNA moderner Grafikgestaltung stammt, kommt an diesem Blatt nicht vorbei.
Joost Schmidt und die Bauhaus-Ausstellungsgrafik 1923: Wenn Typografie zur Wissenschaft wird
Leitfakt: Joost Schmidt entwarf 1923 das wohl bekannteste Plakat der Bauhaus-Geschichte. Der Lithografiendruck, gedruckt von von Reineck & Klein in Weimar und heute im MoMA in New York aufbewahrt, misst exakt 66,7 x 47,3 cm und gilt als Schlüsseldokument des typografischen Konstruktivismus.
Wer war Joost Schmidt?
Joost Schmidt wurde am 5. Januar 1893 in Wunstorf geboren und starb am 2. Dezember 1948 in Nürnberg. Er studierte zunächst Kunst an der Großherzoglichen Sächsischen Kunstakademie in Weimar, bevor er 1919 als Student ans Bauhaus wechselte. Dort arbeitete er bis 1925, zuerst in der Holzbildhauerwerkstatt, mit Johannes Itten und Oskar Schlemmer als frühe Mentoren.
Ab 1925 lehrte Schmidt am Bauhaus Schriftgestaltung. Von 1928 bis 1930 leitete er die Bildhauerwerksatt, anschließend übernahm er die Leitung der Abteilung für Werbung, Kalligrafie, Druck und Grafikdesign. Später wurde er Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin.
Das Plakat von 1923: Geometrie als Aussage
Schmidts Plakat für die Bauhaus-Ausstellung in Weimar 1923 zeigt, wie das Bauhaus Schrift und Bild systematisch zusammenführte. Diagonale Linien, klare Blockbuchstaben und geometrische Flächen bilden eine visuelle Struktur, die Information und Formsprache gleichzeitig trägt. Das ist kein Zufall, sondern Methode: Der Konstruktivismus betrachtete Design als disziplinierte Problemlösung, nicht als freie Dekoration.
Das Original ist ein Lithografiedruck. Walter Gropius, Gründer des Bauhauses, schenkte es dem MoMA. Dort gehört es bis heute zur Sammlung.
4 Dinge, die du aus Schmidts Ansatz mitnehmen kannst
1. Geometrie schlägt Ornament
Schmidt arbeitete mit einfachen Formen, klaren Achsen und Kontrast. Für dein Zuhause bedeutet das: Ein gutes Bauhaus-Poster braucht keine überladene Wand drum herum. Es funktioniert solo. Unser Bauhaus-Ausstellung Poster zeigt genau diese Logik.
2. Typografie ist Architektur
Am Bauhaus wurde Schrift als konstruktives Element behandelt, nicht als Schmuck. Wer Wanddeko mit ähnlichem Denken sucht, findet mit dem Bauhaus Werbeplakat Kunsthochschule oder dem Bauhaus Sonne Poster Motive, die auf dieser Formensprache aufbauen.
3. Format ist Teil der Botschaft
Das Original-Plakat von 1923 hat ein klar definiertes Hochformat (66,7 x 47,3 cm). Schmidt behandelte die Proportionen als gestalterische Entscheidung, nicht als Nebensache. Dasselbe gilt für ein Bauhaus Hexagon Bild: Die ungewöhnliche Wandform ist die halbe Aussage.
4. Pädagogik steckt im Produkt
Schmidt lehrte über viele Jahre am Bauhaus, weil er glaubte, dass gutes Design erlernbar ist. Ein Deko Kissen im Bauhaus-Stil oder ein Kandinsky Mauspad sind keine Kopien, sondern Einstiegspunkte in eine Designgeschichte, die man anfassen kann.
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Wer tiefer in die Welt historischer Ausstellungsgrafik einsteigen will, stöbert am besten im Poster-Shop oder schaut sich die gesamte Kollektion an. Kandinsky, Klimt, Schiele und viele weitere Künstler aus dem Umfeld des frühen 20. Jahrhunderts sind dort vertreten.
Quellen
- Joost Schmidt – Wikipedia
- Joost Schmidt, Poster for the Bauhaus Exhibition – Bauhaus Movement auf Facebook
- Joost Schmidt. Staatliches Bauhaus Ausstellung. 1923 – MoMA
Häufige Fragen
Wer war Joost Schmidt und warum ist er für die Designgeschichte relevant?
Joost Schmidt wurde am 5. Januar 1893 in Wunstorf geboren und starb am 2. Dezember 1948 in Nürnberg. Er war Typograf, Lehrer und Meister am Bauhaus sowie später Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Bekannt ist er vor allem für das Ausstellungsplakat der Bauhaus-Schau 1923 in Weimar, das bis heute als Ikone konstruktivistischer Grafikgestaltung gilt.
Wie verlief Joost Schmidts Ausbildung am Bauhaus?
Schmidt studierte zunächst an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar, bevor er von 1919 bis 1925 am Bauhaus eingeschrieben war. Er begann dort mit einer Bildhauerlehre bei Johannes Itten und Oskar Schlemmer und arbeitete in der Holzbildhauerei-Werkstatt. Mit der Zeit spezialisierte er sich zunehmend auf angewandte Grafik, was schließlich in dem berühmten Ausstellungsplakat von 1923 mündete.
Was macht das Bauhaus-Ausstellungsplakat von 1923 so besonders?
Das Plakat wurde als Lithografie gedruckt, misst 66,7 x 47,3 cm und wurde von der Druckerei von Reineck & Klein in Weimar produziert. Es verbindet geometrische Strenge mit dynamischer Typografie, genau das, was den konstruktivistischen Geist des Bauhauses ausmachte. Das Original befindet sich heute im MoMA in New York und gelangte dorthin als Schenkung von Walter Gropius persönlich.
Welche Lehr- und Leitungsaufgaben übernahm Schmidt am Bauhaus nach 1925?
Ab 1925 unterrichtete Joost Schmidt Schrift und Lettering an der Schule. Von 1928 bis 1930 leitete er die Skulpturwerkstatt. Darüber hinaus war er Leiter der Abteilung für Werbung, Kalligrafie, Druck und Grafikdesign. Seine Tätigkeit als Pädagoge prägte damit eine ganze Generation von Gestalterinnen und Gestaltern, die konstruktivistische Prinzipien in den Alltag der angewandten Grafik trugen.
Wo kann man Joost Schmidts Werk heute noch im Original sehen?
Das bekannteste Werk, das Lithografie-Plakat zur Staatlichen Bauhaus Ausstellung von 1923, ist Teil der Sammlung des Museum of Modern Art (MoMA) in New York. Es gelangte als Schenkung von Bauhaus-Gründer Walter Gropius in die Sammlung und ist dort unter der Sammlung grafischer Arbeiten dokumentiert. Wer Schmidt also auf einer Zeitreise durch die Designgeschichte begegnen möchte, macht in New York einen sehr guten ersten Stopp.